Angler aufgepasst! Schnüre und Haken sind Abfall!

Immer wieder müssen vor allem Wasservögel geborgen werden, die durch achtlos liegengelassene oder abgerissene Angelschnüre und -haken schwer verletzt wurden. Zur Sauberkeit am Angelplatz gehört nicht nur, die Brötchentüte und die leeren Flaschen mitzunehmen, genau so wichtig ist es, unbrauchbare Montagen, abgerissene Schnüre oder auch Angelhaken zu bergen und mitzunehmen.

tl_files/Angelhaken/Bild 238.jpgHöckerschwan mit entzündetem Beingelenk durch einen Angelhaken

Die sehr reißfesten und für Wildtiere nahezu unsichtbaren Kunstfaserschnüre bringen die Tiere in Lebensgefahr.

tl_files/Angelhaken/IMG_6721.jpgBergung eines Jungschwans durch die Feuerwehr Grevenbroich

Oftmals ist die Bergung der verletzten Tiere mit hohem Aufwand verbunden, der oben abgebildete Jungschwan hatte einen noch beköderten Haken mit über 20 Metern anhängender Schnur gefunden und den Köder mit Haken verschluckt. Die Angelschnur verhedderte sich am Seeboden, so dass sich der Jungvogel nur noch in einem Radius von wenigen Metern bewegen konnte.

 

tl_files/Angelhaken/IMG_6736.jpgJungschwan am Haken

Die Verletzungen im Verdauungstrakt waren so schwer, dass er nicht überlebte.

tl_files/Angelhaken/Schwan Weidenbusch.jpgMit Schwan und Weidenbusch beim Tierarzt

Der Schwan auf dem obigen Foto hatte sich so in Angelschnur und einem Weidenbusch verstrickt, dass eine normale Bergung nicht möglich war. Mit einer Astschere wurde der komplette Weidenbusch gekappt und der Vogel musste in einem undurchschaubaren Gewirr aus Ästen, Angelschnur und zerstörtem Gefieder zum Tierarzt gebracht werden. Stück für Stück wurden die Äste abgetragen und die tief im Gewebe sitzende Angelschnur entfernt. Muskeln und Sehnen des Vogels waren wie mit einem Messer durchtrennt, die Flugfähigkeit konnte nicht wieder hergestellt werden.

tl_files/Angelhaken/Silbermoeve.jpgMöve mit fast abgeschnittener Zunge

Diese Möve konnte nur noch eingeschläfert werden, die Zunge hatte sie sich bei ihren verzweifelten Befreiungsversuchen nahezu abgeschnitten, die Beine waren ebenfalls eingeschnürt und bereits im Absterben.

tl_files/Blaessgans.jpgtl_files/Blaessgans Angelhaken.jpgBlässgans mit geschlucktem Angeköder

Die Blässgans hatte noch Glück im Unglück, wie die Röntgenaufnahme zeigte, steckte der verschluckte Angelhaken im oberen Halsdrittel, so dass der Tierarzt diesen noch endoskopisch entfernen konnte.

tl_files/Angelhaken/Teichhuhn Angelhaken.jpg

Das Teichhuhn auf der Mühlenerft Kamper versucht in Panik, den geschluckten Angelhaken loszuwerden oder die zwischen den Pflanzen festsitzende Schnur zu lösen. Leider vergeblich...

tl_files/Angelhaken/Teichhuhn_juv.jpgtl_files/Angelhaken/Teichhuhn_juv_roentgen.jpgAuch diesem jungen Teichhuhn konnten wir nicht mehr helfen, der Haken saß zu tief. Er wurde zwar operativ entfernt, der Jungvogel überlebte die Narkose allerdings nicht.

tl_files/Angelhaken/Schwan Wobbler.jpgSchwan mit Wobbler im Bein

Der oben abgebildete Schwan im Stadtpark (Hans-Gottfried-Bernrath-Park) fiel immer wieder durch eine Schonhaltung des rechten Beines auf. Es dauerte mehrere Tage, bis der Vogel endlich eingefangen werden konnte, aus seinem Fuß wurde ein Wobbler -ein Kunstköder für Raubfische- entfernt.

Auch dieses Nilgansküken ist gestorben, nachdem sich die erhebliche Entzündung im Bein durch die Abschnürung nicht mehr stoppen ließ.

tl_files/Nilgans_Fuss_abgeschnuert.jpgNilgansküken: Entzündung durch Abschnürung des linken Fußes

Nicht nur Wasservögel fallen den liegengelassenen Angelabfällen zum Opfer, auch dieser Waldkauz wurde flugunfähig und hoffnungslos in Angelschnur verheddert zu uns gebracht. In mühevoller Kleinarbeit musste die verknotete Schnur aus dem Schwunggefieder geschnitten werden. Der Vogel hatte viel Glück und konnte nach 6 Wochen Wundpflege wieder freigelassen werden.

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Die junge Amsel wurde an der Erft in Höhe der Mühle Kamper gefunden, hoffnungslos verstrickt in liegen gelassener Schnur. Die Kunststofffaser hatte sich bereits tief in das Oberarmgewebe eingeschnitten.

tl_files/Angelhaken/Amsel_Angelschnur.jpg

Auch ein Mäusebussard war betroffen, er hing kopfüber in einem Baum in Neurath, ohne Chance, sich selbst befreien zu können. Er hatte einen Kunstköder mit Drillingshaken im Flügel stecken, das andere Ende der anhängenden Schnur hatte sich um die Äste des Baumes verstrickt. Die Feuerwehr barg den Vogel und überstellte ihn an uns.tl_files/01_Nachrichten2013/Bussard_Angelschnur.jpgAngelschnur im Bussardflügel, Februar 2013

tl_files/01_Nachrichten2013/Angelkoeder_000.jpgAus dem Flügel entfernte Schnurreste und Kunstköder

Auch in 2013 setzte sich der Trend der letzten Jahre nahtlos fort. Graureiher, Teichhühner, Schwäne, aber auch wiederum eine Waldohreule waren betroffen.

tl_files/01_Nachrichten2013/Graureiher_Haken.jpgGraureiher, diesjähriger Jungvogel mit tief geschlucktem Haken

tl_files/01_Nachrichten2013/Graureiher_Haken_001.jpgRöntgenbild des oben abgebildeten Graureihers, der Jungvogel war nicht zu retten

tl_files/01_Nachrichten2013/Teichhuhn_erhaengt.jpgErhängtes Teichhuhn an der Apfelwiese, der Vogel wurde lebend geborgen und konnte gerettet werden

Bei dieser Dokumentation handelt es sich lediglich um zufällig und beispielhaft dokumentierte Fälle aus den letzten Jahren in Grevenbroich, es ist zu befürchten, dass die Dunkelziffer hoch ist!

 

Wenn Angler den Naturschutz wirklich für sich reklamieren wollen, hier stehen ihnen alle Möglichkeiten offen!

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